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Medizinische Hilfe vor Ort durch deutsche Freiwillige
Vor einigen Monaten erhielten wir eine Anfrage von Christiane und Sebastian, zwei Deutschen, die sich seit einigen Monaten in Thailand aufhalten. Über unsere Website waren sie auf uns aufmerksam geworden. Die beiden boten an sich vor Ort in unsere Arbeit einzubringen. Nachdem Christiane ausgebildete Krankenschwester ist, war die Art ihres Einsatzes schnell geklärt. Idee war es entlang der Grenze einige unserer Projekte zu besuchen und die Kinder zu untersuchen. Diese Kinder haben noch nie einen Arzt gesehen, bzw. medizinische Hilfe erhalten.
Nach Absprache mit Dr. Htun, unserem Arzt vor Ort, und unseren Mitarbeiterinen Nang Saeng und Aon, wurden die Vorbereitungen getroffen, massig Materialien und Medikamente besorgt.
Dr. Htun nahm Christiane und Sebastian mit in unser Lager Loi Kaw Wan (LKW). Nachdem dieses Flüchtlingslager von Dr. Htun betreut wird, gab es dort kaum akute Krankheitsfälle.
Der nächste Stop war das Lager Kong Mong Moong (KMM) in dem sie eine vollkommen andere Situation vorfanden. Diese kleine Lager ist erst im Aufbau begriffen, daher herrscht permanente Unterversorgung in vielem. Dort gab es viele Kinder zu versorgen. Ebenso im Lager Loi Sam Sip, das widerum sehr schwer erreichbar ist, aber bereits seit mehreren Jahren besteht.
Christiane und Sebastian haben ganz tolle Arbeit geleistet und vielen unserer kleinen Patienten geholfen. In Kürze werden sie wider bei ihnen nachgucken und auch noch andere Stationen besuchen. Für das Angebot und die Hilfestellung für unsere Kinder bedanken wir uns ganz ganz herzlich bei Christiane und Sebastian. Von der Idee so etwas machen zu wollen und es dann im Endeffekt dann auch wirklich zu machen, ganz klasse!!! Zudem übernahmen die beiden sämtliche Kosten für den Transport, die Medikamente und alles was benötigt wurde.
Hier einige Fotos und Kommentare von Christiane und Sebastian:
Was man auch alles versucht zu tun bzw. zu geben ist doch nur ein Bruchteil von dem, was man von diesen Menschen bekommt. Ein Lächeln oder ein Blick in die Augen der Kinder da geben uns sehr viel mehr, als wir im Stande sind, ihnen zu geben. Somit danken wir für diese wundervolle Chance.
Wegen dem kleinen Mädchen: Also Saeng hat erzählt, dass sie eben nicht zu der geplanten Operation gegangen ist. Man wollte ein Bein von ihr, das nur einen Art Stummel als Fuß hat, kürzen und das andere, das auch verkrümmt ist, zurechtbiegen. Die Mutter hat erzählt, dass sie nicht mit der Kleinen ins Krankenhaus gegangen ist, weil sie nicht so lange von der Arbeit wegbleiben kann usw. Aber auch als wir angeboten haben, sie für die Zeit, in der sie im Krankenhaus bleiben müsste, zu entschädigen, sagte sie, dass sie lieber noch warten wolle bis ihre Tochter älter geworden ist. Das wiederum wäre gar nicht gut. Es wäre gut die Operation so früh wie möglich zu machen.
(Das Mädchen ist etwa drei Jahre alt, es ist das jüngste von 7 Kindern. Es wurde mit verscheidenen Behinderungen geboren. Ein Fuß ist nur ein Klumpen, das andere Bein vollkommen krumm, kann aber begradigt werden. Eine Hand ist ebenso verwachsen, die andere aber funktionsfähig. Das Mädchen soll baldigst operiert werden, damit es sich an eine Beinprothese gewöhnt. Bisher kann es nicht laufen).
Noch kurz zu Loi Sahm Sip: Auch da mussten wir 2 Mädchen ins Krankenhaus schicken. Das waren 2 Schwestern, die seit ein paar Tagen auf einem Ohr völlig taub waren (sie haben sich wohl beide Wasser ins Ohr gepumpt und das hat sich dann entzündet).
Auch hatte die eine Schwester eine tiefe, entzündete Fleischwunde an ihrem kleinen Finger. Ihr Bruder hatte ihr zufällig fast den Finger abgehackt. Bei so einer Wunde sollte man dringend ins Krankenhaus; das sah nicht gut aus; aber vielleicht fehlt einfach Geld.
Wir haben die Medics auch gebeten sich weiter um die vielen entzündeten Beine der Kinder und Erwachsenen zu kümmern. Manche haben da hunderte Mosquitostiche, die sich durchs Kratzen entzündet haben. Wir haben die Wunden gesäubert und Antibiotika gegeben, aber das müsste alles über längere Zeit gemacht werden.
Und somit kurz zum ganzen Ablauf. In LKW haben wir nach einer Liste von Doc Htun für insgesamt etwa 20000 Baht (incl. den Malariatests) eingekauft und übergeben. Ansonsten gab es in LKW erstaunlicherweise bzw. Gott sei Dank (wie der Doc sagt) fast kein Krankengut - zumindest nicht bei den Kindern. Was jedoch ein Problem ist, für das es sehr schön wäre eine Lösung zu finden, sind die HIV- Fälle. In LKW sind mehrere bekannt (Bedah hat erzählt, dass auch schon mehrere Kinder an Aids gestorben seien) und die werden leider nicht behandelt. In LSS z.b. hat sich ein Founder für 5 HIV-Fälle gefunden, vielleicht wäre das auch für LKW möglich.
Oh, übrigens treffen wir uns später mit einem Rapid test-Supplier hier. Das hat uns enorm viel Zeit gekostet hier günstg Tests zu finden aber wir sind endlich fündig geworden. Wir werden ein paar hundert Tests besorgen (HIV, Hepatitis B und C usw), da wir leider gesehen haben, dass die Krankenhäuser in Thailand sich zum Bluttesten fast nicht überreden lassen. Das ist wirklich seltsam, wir mussten mit drei Ärzten sprechen, damit mal das Blut von Saengwon (dem Mädchen mit Malaria) auf Hepatitis getestet wird. Jetzt haben wir im Krankenhaus angerufen und erfahren, dass wir noch einen Monat auf die Ergebnisse warten müssen. - So macht das wirklich wenig Sinn. Und HIV wird bei Kindern erst auf anraten vom Arzt getestet - also keine Chance.
Zurück zum Ablauf. Nach LKW sind wir nach KMM und da haben wir 2 Kinder ins Krankenhaus gebracht (2 konnten wir leider nicht mitnehmen, weil sie keine Genehmigung hatten, dass Lager zu verlassen). Ein anderes Mädchen mit einer Wunde am Bein, die seit 3 Jahren!! nicht verheilt.
Ansonsten waren in KMM viele Kinder mit schrecklich entzündeten Beinen. Diesen konnten wir da leider noch nichts geben, da wir darauf nicht vorbereitet waren. Aber das ist im Moment, das Hauptproblem in den Camps. Sowieso sind Hautprobleme mit Abstand am häufigsten da.
Wir haben uns also darauf vorbereitet und dann in LSS die Kids mit Antibiotika usw. behandelt - auch einige Erwachsene. Dann gab es noch ein kleines Mädchen mit Fieber, was eher harmlos war; einen körperlich schwer zurückgeblieben Jungen, der mit 12 kleiner ist als die 7 Jährigen und die 2 Schwestern, die auf einem Ohr zur gleichen Zeit taub geworden sind. Die waren auch gestern wieder im Krankenhaus und werden da behandelt, wahrscheinlich werden sie bald wieder hören können. Eine Schwester von ihnen hatte eben auch eine furchtbare Schnittwunde an der Hand. Davon haben wir leider kein Foto. Aber wir hängen dir mal eins von der großen Schwester mit an. Wir haben überdies in LSS 120 Mosquitonetze verteilt: für jede Familie ein Netz. Das Dorf hatte seit 3 Jahren keine Mosquitonetze mehr. Und wir haben in jedem Camp ausreichend Süßigkeiten an die Kids verteilt.
Auch Malsachen, Stifte, Spielzeug, Seife, Zahnbürsten usw.
Dazu haben wir in KMM und LSS noch rund 1000 Kondome da gelassen. Die werden wirklich nachgefragt und LSS hatte seit über einem Jahr gar keine Kondome mehr. Für KMM haben wir auch noch einen Feuerlöscher mitgebracht, das war ja wirklich unglaublich, wie das da alles in 10 Minuten abgelodert ist.
Resümee ist, dass wir leider nicht soviel tun konnten, wie möglich gewesen wäre, weil einerseits die Zeit fehlte, wir noch nicht genau wussten, was uns erwartet und die Krankenhäuser bzw. das Fehlen von Papieren, Genehmigungen uns ein paar mal einen Strich durch die Rechnung machten. Deswegen sind wir jetzt sehr viel besser vorbereitet und mit genügend Tests usw. versorgt.
Wegen den Exanthemen wäre super, wenn du mal nachfragst. Wir haben Terramycin und Tabletten gegen Juckreiz gegeben.
Oh und gestern sind wir hier endlich an die ganzen Rapid-Tests rangekommen. Wir haben jetzt insgesamt etwa 450 Stück (Hiv, Hep b und c) besorgt.
Eine Super Aktion, die weiter geht, dank dem freiwilligen Einsatz von Christiane und Sebastian.
Euer Helfen ohne Grenzen Team
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