Laufende Projekte
Wasserversorgung für
Loi Kaw Wan
Ein
großes Problem der Flüchtlinge in Loi Kaw Wan ist die Versorgung mit
Trinkwasser. In der Regenzeit sind hier die Niederschläge so heftig,
dass der Erdboden fortgespült wird, aber in der Trockenzeit zwischen
November und Mai regnet es fast nie.
Seit Mitte 2006 laufen die
Vorbereitungen für den Aufbau einer Wasserversorgung im
Flüchtlingsgebiet Loi Kaw Wan. Möglich gemacht wurde dieses Projekt
durch die großzügige Unterstützung des Rotary Clubs Ansbach.
In unseren ersten Planungen gingen wir davon aus, ein Regenwassersammelsystem zu bauen, denn es war uns berichtet worden, es gäbe in der Trockenzeit kein Wasser, weil das Wasser der Regenzeit nicht aufgefangen und gelagert werden könne. Deshalb entwickelten wir zunächst die Idee, das Regenwasser von den Blechdächern der Schulgebäude, Dormitorien und des Hospitals über Regenrinnen abzuleiten und in 19 neuen aus Zementringen gebauten Tanks zu speichern.
Zwei der sieben Sektionen des Gebiets sind bereits ausreichend mit Wasser versorgt. In den anderen fünf Sektionen ist zumindest ein Zementring-Wassertank vorhanden, in manchen drei oder vier. Insgesamt reicht aber das gespeicherte Wasser bei weitem nicht aus und gegen Ende der Trockenzeit kommt es zu extremem Wassermangel, eine Gefahr für die Gesundheit der Menschen, die hier leben.
Ende
2006 war ein Team von Spezialisten vor Ort, um eine gründliche
Untersuchung der vorhandenen Wasserquellen und der sich daraus
ergebenden Versorgungsmöglichkeiten vorzunehmen.
Die zweitägige Untersuchung wurde von einem jungen Mann begleitet, der sich mit den einzelnen Quellen, Flüsschen, Wasserfällen sehr gut auskennt. Zu unserer Überraschung ergab sich eine ganz andere Wassersituation als sie zuvor im Sommer 2006 geschildert worden war.
Tatsache ist, dass es im größeren Umkreis ausreichend erschließbare Wasserquellen gibt. Sie sind nur weiter entfernt von den Siedlungen und nicht ohne weiteres zugänglich. Es laufen vielleicht zwei Dutzend kleinere Flüsschen und Bäche durch die Täler der Gegend, von denen einige das gesamte Jahr über Wasser führen. An einer Stelle treffen sich drei Bäche und das Wasser ergießt sich in einem 6 bis 8 Meter hohen Wasserfall. Allein an dieser Stelle kann man pro Tag schätzungsweise 20.000 Liter Wasser gewinnen.
Es handelt sich daher nicht um ein Problem der Speicherung des in der Regenzeit aufgefangenen Wassers, sondern um die Frage, wie das ausreichend vorhandene Wasser in hygienisch einwandfreier Qualität in die einzelnen Siedlungen transportiert und verteilt werden kann.
Nach
dieser aufschlussreichen Exploration folgte ein Meeting mit dem
Dorfkommitee und Vertretern unserer Partnerorganisationen SWAN (Shan
Women's Action Network) und SHC (Shan Health Commitee).
Auf diesem Meeting wurde unser Vorschlag besprochen, ein Wassersammel- und Leitungssystem aufzubauen und mit Hilfe von mit Solarstrom betriebenen Pumpen das Wasser aus den Tälern zu den Siedlungen hoch zu pumpen. Zu allererst werden zwei Pumpstationen benötigt, um für den Anfang die Kinder und das Hospital zu versorgen. Ein großer Vorteil dieser Technik ist es, dass kein Generator und kein Benzin für den Betrieb eines Generators nach Loi Kaw Wan gebracht werden muss und dass dadurch die hohen Kosten für das Benzin entfallen. Bei der vorgeschlagenen Anzahl der Solarpanels wurde bereits berücksichtigt, dass in der Regenzeit die Sonne weniger stark ist und weniger Strom erzeugt werden kann.
Bei
dem Meeting wurden die vorhandenen Möglichkeiten durchgesprochen. Die
Anschaffung der Solarpanels für den Betrieb der Pumpen wurde von allen
als beste Lösung befürwortet. Vom Dorfkommitee wurde ein interessanter
Vorschlag gemacht: Um zu vermeiden, dass die Menschen in Loi Kaw Wan
allzu sorglos mit dem Wasser umgehen, wenn es erst einmal genügend
Wasser gibt, könnten die ersten 50 Liter (richtet sich nach der Anzahl
der Mitglieder einer Familie) umsonst abgegeben werden, für den
weiteren Verbrauch aber ein kleiner Kostenbeitrag verlangt werden, um
einen sorgsamen Umgang mit dem kostbaren Gut Wasser zu erreichen. Von
dem so gesammelten Geld könnte dann die Person bezahlt werden, die für
die Instandhaltung der Solarpanels, Pumpen und Leitungen verantwortlich
ist. Denn es soll zumindest eine Person dafür Vollzeit und hauptamtlich
zuständig sein. Dies sind Dinge, die die Dorfgemeinschaften
eigenverantwortlich regeln werden, denn für das neue
Wasserversorgungssystem werden sie die Verantwortung übernehmen.
Die Arbeiten für das Wasserversorgungsprojekt in Loi Kaw Wan sind jetzt angelaufen, die Erd- Holz- und Schweißarbeiten, der Einkauf der Wassertanks und der Solarpanels, die den Strom für die Pumpen liefern sollen. Derzeit versuchen wir deutsche Firmen zu finden, die die benötigten beiden Pumpen und zwei Controller spenden könnten.
In der ersten Stufe soll zunächst eine Basisversorgung entstehen, ausgerichtet auf die Versorgung des Schulzentrums, der Kinderprojekte und des Hospitals. In späteren Ausbaustufen kann dann die Wasserversorgung des gesamten Lagers aufgebaut werden.
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BLZ: 500 700 24
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Stichwort: "Wassersystem"
Projektdaten
| Ort: | Shan Staat, IDP Gebiet an der thailändisch-burmesischen Grenze |
|---|---|
| Laufzeit: | Apr. 2007 - |
| Zielgruppe: | die Klinik, Waisenkinder, die Schule, die Bewohner |
| Projektträger vor Ort: | Shan Health Committee (SHC) |
| Hilfsform: | Solarstrombetriebenes Wasserversorgungssystem |
| Budget: | 10.360 Euro |
Deshalb baut Helfen ohne Grenzen
für das Flüchtlingslager ein durch Solarstrom betriebenes
Wasserversorgungssystem, mit dem Quellwasser aus einem nahe gelegenen
Tal zur Siedlung hoch gepumpt wird.
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