2. Quartalsbericht
Kategorie: Helfen ohne Grenzen - Weltwärts
Einleitung:
In den letzten Monaten hat sich viel getan. Meine Arbeit hat sich verändert. Das Büro von „Help without frontiers“ hat viele neue Gesichter dazu bekommen. Das Wetter spielt verrückt.
Es ist hier aber nach wie vor ein Ort, in dem man jeden Tag etwas Neues lernt und Dinge anders betrachten kann.
Neue Erkenntnisse und Eindrücke:
Nachdem ich nun fast sieben Monate hier bin, haben sich viele Dinge, die ich vorher auf die eine Weise betrachtet habe, geändert und ich sehe sie nun in einem ganz anderen Licht. Und was noch wesentlich spürbarer ist, ist, dass ich viele Dinge, die ich vorher nicht kannte, vielleicht bereits er ahnte, sich nun zu einem Puzzle aus tausenden von Teilen fügen, und ich die Zusammenhänge besser erkenne- und das ist äußerst interessant. Es gibt so viele Komponenten, zum Beispiel der Krieg in Burma, die ich langsam Stück für Stück mehr verstehe, und das ganze Netz aus verwirrenden Fakten wird langsam für mich übersichtlicher. Auch die Kultur der Menschen und deren Dasein in Mae-Sot ist für mich nicht mehr ganz so fremd wie am Anfang. Ich habe inzwischen so viele Menschen kennen gelernt und mir ihre Geschichten angehört, dass ich inzwischen einen viel tieferen und genaueren Einblick in ihr Leben, ihren Standpunkt, ihre gesellschaftliche Situation und ihre Probleme habe. Manche Erzählungen von persönlichen Schiksalen der menschen hier, sind so furchtbar, das ich nicht mehr aus meinem Kopf bekommen kann. So zum Beispiel die Politischen Gefangenen in Burma. Ich wusste, dass es ihnen da nicht gut geht, und, dass viele da auf ungewisse Zukunft eingesperrt werden, aber nachdem ich viele Ex-Politische Gefangene kennen gelernt habe, und mich viel damit beschäftigt habe, ist mir klar, dass das schlimmer als die Hölle sein muss. Beispiele will ich hier nicht nennen, aber es ist eine Situation, die so unglaublich brutal und unmenschlich ist, dass man sie nicht einmal hören möchte. Andere Dinge wiederum haben sich als gar nicht so schlimm erwiesen wie ich dachte. Die meißten Menschen, die ich kennengelernt habe, die beispielsweise von der Polizei eingefangen wurden, um dann wieder herüber nach Burma gebracht zu werden, meinen es sei gar nicht so schlimm, da sie für einen Tag in ein Abschiebegefängnis an der Straße kommen, wo sie alle Leute kennen, und ihre Familie und Freunde auch an die Gitterstäbe kommen können, um ihnen Essen und Trinken oder Zigaretten oder so etwas zu geben, dann werden sie herüber gebracht und schwimmen dann am nächsten Tag wieder zurück über den Fluss nach Mae-Sot. Es ist einfach nur ein kleines Katz und Maus Spiel. Aber dennoch, sind Burmesen einfach das zäheste Volk, dass mir je vor die Augen gekommen ist und das sollte eigentlich eine gute Eigenschaft sein, wie ich finde.
Meine Arbeit:
Seit ca. zwei Wochen sind nun Ferien in der Schule. In der Schule haben die Schüler ihre Examen geschrieben, und können sich nun knapp zwei Monate zurück lehnen. Es gab viel zum Vorbereiten vor den Examen, welche die Kinder auch äußerst erfolgreich beendet haben. Die letzten Monate habe ich weiterhin in der Schule mit den Kindern gebastelt und Vokabeln und Zeitformen gelernt. Mein Burmesisch ist inzwischen auch auf einem recht guten Level angekommen, weswegen ich auch nicht mehr so oft einen der anderen Lehrer dazu holen musste, wenn es Verständigungsprobleme gab. Ich habe die Kinder gefragt, ob sie gerne eine Jakobsleiter basteln würden, und sie haben sich sehr begeistert gezeigt. So habe ich Holzklötze und Bänder gekauft, und mit ihnen eine Jakobsleiter gebastelt, von der sie jeden einzelnen Klotz mit einem Wunsch für die Zukunft und einem Bild versehen haben.















